Andrej schlug den Kontoauszug auf den Küchentisch. Das Papier glitt über das gewachste Tischtuch, riss das Salzfass um und blieb neben meiner Kaffeetasse liegen. Ein heißer Tropfen spritzte auf mein Handgelenk.Ich zuckte zusammen.– Wie bitte? – fragte ich leise.
– Genau das hast du gehört. Ich habe genug, Dasa. Ich bezahle die Hypothek. Ich bezahle die Nebenkosten. Ich tanke das Auto. Und du? – Er breitete die Arme aus. – Du gibst dein Geld für Joghurt, Kissen, Cremes aus. Ich habe alles ausgerechnet. Ich decke achtzig Prozent der Familienkosten.
Ich halte dich praktisch.Langsam stellte ich die Tasse ab.In der Küche roch es nach Toast. Ich war um sechs aufgestanden, um ihm Frühstück zu machen, bevor er zur Arbeit ging. Andrej hatte schon die Hälfte gegessen.Umsonst.– Du hältst mich also? – fragte ich.
– Wie soll ich es sonst nennen? Die Wohnung gehört mir. Also bin ich der Herr. Du lebst bequem darin. Ab sofort getrennte Finanzen. Dein eigenes Essen, Putzmittel, alles. Ich zahle nur, was ich selbst brauche.Ich wischte den Kaffeefleck weg.
– Gut, – sagte ich ruhig. – Dann getrennt.Andrej lächelte zufrieden. Er glaubte, er hätte gewonnen.Er wusste noch nicht, dass er gerade einen Krieg ausgelöst hatte.Einen stillen Krieg.Am Dienstagabend zog Andrej schon tief die Luft an der Tür.
Er fühlte nichts.Die Wohnung war kalt. Die Küche leer.– Dasa! Wo ist das Abendessen?– Im Laden, – rief ich aus dem Wohnzimmer. Ich las ein Buch und brach eine Tafel teure Schokolade zu meinem Tee.– Wie meinst du das?– Ganz wörtlich. Getrennte Finanzen. Ich habe es für mich gekauft.

Ich habe gebackene Dorade gemacht. Eine Portion. Ich wollte deine finanziellen Grenzen nicht verletzen.Im Kühlschrank lag nur eine einzige gefrorene „Studenten“-Fleischbällchenbox.Andrej schlug die Tür zu.– Ernsthaft? Spielst du mit dem Essen?
– Ich spiele nicht. Ich halte mich an die Vereinbarung.Eine halbe Stunde später roch es nach gekochten Nudeln und billigem Hackfleisch. Der Löffel klirrte laut auf dem Teller.Ich ging nicht hinaus.Am Mittwoch blieb er mitten im Bad stehen.– Dasa! Wo ist das Duschgel?
– Aufgebraucht! Das neue für vierhundert steht nicht in deinem Budget.Auf dem Regal lag ein Stück Waschseife.Abends brachte er das billigste Waschpulver und eine Rolle graues Toilettenpapier nach Hause.Am nächsten Tag hatte er ein wichtiges Meeting.
Sein weißes Hemd war grau geworden. Steif. Der Fleck blieb. Ein starker Chemiegeruch umgab ihn.– Hast du es nicht gebügelt?– Das Bügeleisen verbraucht Strom. Das ist deine Kosten.Am Donnerstag mischte sich Mars ein.Die Sphinx-Katze fraß nur spezielles Pastetchen.
– Zweihundert? – zog Andrej die Augenbrauen hoch. – Wir kommen auch ohne klar.Er kaufte billiges Futter.Mars fraß es.Eine Stunde später kotzte Mars auf Andrejs Lieblings-Teppich.– Wer räumt das jetzt auf?!– Du hast ihn gefüttert.Am Freitag hatte Andrej Geld. Er kaufte Bier, Aktionsgarnelen und setzte sich, um ein Spiel zu schauen.
In der Nacht wachte er mit Zahnschmerzen auf.– Dasa… hast du Schmerzmittel?– Ja.– Gib mir bitte welche.– Hundert Rubel.Am Samstag kamen die Verwandten.Andrej hatte kein Geld mehr. Er kaufte ein mageres Huhn und die billigsten Nudeln. Ohne Gewürze zubereitet.
Außen verbrannt. Innen roh.Auf dem Tisch standen schwarzes Huhn und graue Nudeln.Da brachte ich mein eigenes Mittagessen herein.Marmoriertes Rindersteak mit Cranberrysauce. Frischer Salat. Ein Glas Rotwein.– „Ich halte dich“, – sagte ich ruhig. – Das ist sein Teller. Das hier ist meiner.
Ich holte das Ausgabenheft heraus.In fünf Jahren hatte ich fast doppelt so viel für den Haushalt ausgegeben, wie er für die Hypothek.Stille.Seine Schwiegermutter sah Andrej an.– Du… hältst sie also?Die Gäste gingen.Wir waren zu zweit.Andrej wischte sich die Augen.
– Ich war dumm, Dasa. Ich hatte keine Ahnung, wie teuer das Leben ist.Er legte mir seine Bankkarte hin.– Ich will nicht getrennt leben. Ich will, dass es zu Hause gut riecht. Und dass du mich nicht als Feind siehst.Ich sah ihn an.– Gut. Aber ich habe Bedingungen.
– Alles.– Morgen gehen wir zusammen einkaufen. Du siehst jeden Preis. Du wirst wissen, wie viel das Katzenpastetchen kostet… und deine Lieblingspelmeni.– Abgemacht.– Und du lernst kochen. Wenigstens Eier. Und Fleisch.Er lächelte.
– Kann ich… einen Bissen von deinem Steak haben?Ich seufzte. Schneidete die Hälfte ab.– Iss, Ernährer. Du wirst Kraft brauchen. Morgen Großputz. Die Putzmittel zahlst du.Mars kroch unter dem Tisch hervor und miaute eindringlich.– Entschuldige, Alter. Ich kaufe das richtige Pastetchen nach dem Gehalt.
Mars schnurrte.Es schien, als sei der Frieden wiederhergestellt.Dennoch legte ich das Ausgabenheft nicht weg.Sicher ist sicher.


