— Sag meiner Schwiegermutter: Die Wohnung, die vor der Ehe gekauft wurde, könnt ihr nicht an euch reißen. Aber auf mein Geld zugreifen — das geht. Die Karte ist gesperrt.

„— Andrij, pack deine Sachen! — sagte sie leise, doch in jedem Wort lag Stahl. — Bevor ich selbst entscheide, das Haus von deinem Zeug zu räumen.“Andrij saß auf dem Sofa, zusammengesunken wie ein ertappter Schüler.

Er sah erschöpft aus: aufgeknöpftes Hemd, zerzaustes Haar, dunkle Ringe unter den Augen. Er biss sich auf die Lippe, rieb den Nasenrücken, doch er rührte sich nicht.„— Vika, warum musst du immer so ein Theater machen? — murmelte er. — Wir sind erwachsen. Lass uns ruhig reden…“

„Ruhig?“ lachte sie heiser. „Nachdem deine Mutter mich heute Morgen wieder ‚Fremde‘ genannt hat, nur weil… hör zu… ich nicht in ihrer Straße geboren wurde? Oder weil du zum dritten Mal auf ‚Mission‘ zum Buchhalter mit Sweta warst? Die du ‚kaum kennst‘, natürlich.“

Andrij stand auf und machte einen Schritt auf sie zu. „Du erfindest schon wieder Sachen. Wie lange wollen wir noch Gründe zum Streiten suchen?“„Andrij,“ sagte sie und stieß ihm den Finger in die Brust, „ich wünschte, ich müsste nichts suchen.

Aber wenn deine Mutter beim Notar mit gefälschten Papieren auf MEINEN NAMEN auftaucht, fange selbst ich an, misstrauisch zu werden.“Andrij erstarrte und hörte zu.„Du… du redest Unsinn? — seufzte er. — Welche Papiere?“

„Die, mit denen ihr beide versucht habt, mit meiner Wohnung zu spielen. MEINER Wohnung. Die ich VOR der Ehe gekauft habe. Ich habe beim Notar nachgeprüft. Die Unterschriften sind gefälscht. Schön gemacht, Andrijko. Qualität.“

Andrij drehte sich plötzlich weg, als wollte er sein Gesicht verstecken.„Na gut, — sagte er, ohne zurückzusehen. — Morgen hole ich meine Sachen. Und wage es ja nicht, meine Karte zu sperren — die Hälfte deines Kleiderschranks habe ich damit bezahlt.“

„Zu spät,“ lächelte Viktoria. „Die Karte wurde wegen der Schulden bereits gesperrt. Bring deine ‚Anteile‘ zu den Gerichtsvollziehern.“Er schlug die Tür zu. Doch Viktoria atmete tief durch. Die Luft war eisig.

Allein war die Stille klebrig. Einen Moment lang wollte sie sich setzen, ihr Gesicht in die Hände vergraben und einfach… verschwinden. Aber selbst das konnte sie sich nicht erlauben.Das Telefon vibrierte.

„Larisa Ivanovna.“Perfekt. Genau die Stimme fehlte noch, um das Unglück zu vervollständigen.Viktoria wollte nicht abheben. Doch das Klingeln wiederholte sich. Beim vierten Mal nahm sie schließlich ab.

„Nun, Viktoria, — begann ihre Schwiegermutter süßlich, als würde sie Tee anbieten, — bist du zufrieden? Dein Mann ist draußen gelandet? Hast du die Wohnung für dich bekommen? Siehst du wirklich, wie du von außen wirkst?“

„Larisa Ivanovna, ich habe keine Lust, deine Reden zu hören. Andrij hat entschieden. Seine Sachen sind seine Verantwortung.“„Ach wirklich?“ Ihre Stimme zitterte vor Wut. „Weißt du, das Gericht hört nicht auf deine kleinen Plaudereien.

Dort arbeiten Erwachsene. Mein Sohn hat exzellente Verbindungen! Und sein Anwalt kommt nicht aus deinem kleinen Bezirksbüro.“„Lass ihn versuchen, — sagte Viktoria spöttisch. — Ich finde auch Leute, die sich mit Fälschungen auskennen.“

„Du wirst es bereuen. Du weißt nicht, wem du gegenüberstehst…“Aber sie hatte bereits aufgelegt. Zum ersten Mal seit Monaten schaltete sie ihr Telefon komplett aus.Ihre Hände zitterten. Aber sie hatte keine Angst. Sie war wütend. So sehr, dass es fühlte, als würde alles in ihr kochen.

Sie nahm ihr Telefon und scrollte durch die Kontakte.Yurij Petrovich.Der Anwalt, der sie einmal aus einer beruflichen Patsche gerettet hatte. Damals saß er neben ihr, knabberte trockenes Brot und sagte: „Das Wichtigste ist, dass du dich nicht unterkriegen lässt.“

Jetzt brauchte sie ihn wieder.„Hallo, Yurij Petrovich? Viktoria hier. Ja… ein weiterer Fall. Wir müssen uns dringend treffen.“Der Kaffee im Café neben dem Gericht war kalt geworden, bitter wie die letzten Monate ihrer Ehe. Yurij Petrovich ordnete seine Unterlagen, richtete die Manschette — seine nervöse Angewohnheit.

„Vika, — begann er, — ehrlich: Es ist ein komplizierter Fall. Sie werden sich um jeden Preis wehren. Aber du hast eine Chance.“„Ich bin nicht wegen Chancen hier, — schnitt sie ihm das Wort ab. — Ich habe es satt, das bequeme Spielzeug anderer zu sein. Wenn sie Krieg wollen, soll es Krieg geben.“

Das Telefon klingelte erneut. Andrij.Viktoria schloss die Augen, atmete tief durch und nahm trotzdem ab.„Viktoria Sergejewna, — begann er förmlich, — lass uns versuchen, das friedlich zu regeln. Die Hälfte der Wohnung, und es ist erledigt.“

„Andrij, — sprach sie ruhig, — deine Mutter hat Dokumente gefälscht, du hast dich in einer anderen Wohnung versteckt und eine ‚Mission‘ vorgetäuscht. Und jetzt… willst du die Hälfte? Ernsthaft?“

Andrij schwieg. Lange. Dann leise:„Du hast dich verändert.“„Ich bin ich selbst geworden, Andrij. Nicht die Person, die dir praktisch war.“Sie beendete das Gespräch.Das Gericht, die Beweise, die Spannung… am Ende fiel die Entscheidung zugunsten Viktorias. Die Wohnung gehörte ihr. Die Luft fühlte sich anders an. Sie war frei.

Viktoria lächelte zum ersten Mal seit Monaten, als ein alter Freund anrief: „Kaffee? Einfach reden, Unterstützung.“Sie nickte. Ja. Ein neues Kapitel begann.Ende.

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