Meine Schwiegermutter lachte mir ins Gesicht, nachdem sie sich mein Geld angeeignet hatte. Das Lachen endete, als die Gerichtsvollzieher am Ferienhaus auftauchten.

Das frisch installierte Tor aus Wellblech knallte mir direkt vor der Nase zu, als wolle es mir sogar die Luft abschneiden. Nur um Haaresbreite verfehlte es meine Hand.

Auf der anderen Seite stand Zinaida Markowna. Meine Schwiegermutter. Um sie herum die vertraute, schwere Mischung: Corvalol und Wut. Dieser Geruch kündigt schon im Voraus an, dass hier kein friedliches Gespräch stattfinden wird.

— Und wag es ja nie wieder, hierher zu kommen! — zischte sie durch zusammengepresste Zähne. — Das Grundstück gehört mir. Das Haus gehört mir. Verstanden?

Hinter ihr stand Igor und trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Mein Mann… offiziell noch mein Mann. Den Kopf gesenkt, als wären die frisch verlegten Pflastersteine plötzlich ein lebenswichtiges Forschungsthema geworden. Er sah mich nicht an. Er sagte nichts. Er stellte sich nicht auf meine Seite.

Natürlich.

Und doch hatte alles so harmlos begonnen, vor einem halben Jahr.

Ich hatte das kleine Zimmer meiner Großmutter in einer Kommunalwohnung verkauft. Das Geld — 2.300.000 Rubel — landete direkt auf meinem Konto. Damals dachte ich, es sei ein Neuanfang.

Und Igor witterte sofort eine „Chance“.

Wochenlang redete er mir gut zu.

— Toma, die Inflation frisst das Geld auf… Besser wir renovieren die Datscha meiner Mutter. Es wird Enkel geben, wohin sollen wir dann? In eine Betonwohnung? Dort gibt es Kiefern, einen See… Meine Mutter hat versprochen, dass es am Ende auf unseren Namen übertragen wird.

„Für die Familie.“

Dieses Wort benutzen sie immer dann, wenn es um das Geld anderer geht.

Mit fünfundfünfzig glaubt man eigentlich nicht mehr, auf solche Geschichten hereinzufallen. Und doch ist es passiert. Mit einer Bedingung: Jede Entscheidung sollte meine sein.

Und ich entschied.

Belag, Dach, Isolierung, Tanks — alles wählte ich aus. Ich bezahlte alles. Von meiner eigenen Karte, auf meinen Namen, in meiner Verantwortung. Sogar Zinaida Markowna brachte ich dazu, einen Kostenplan zu unterschreiben — ich sagte ihr, es sei nur ein „Garantiepapier“.

Bis heute bin ich diesem Papier dankbar.

Dann kam der Tag der „Feier“.

Fleisch, Kuchen, Gemüse — alles wie in einer Familienidylle. Ich betrat die neue Veranda. Die Luft roch nach frischem Holz und Lack.

Und dort saß Stasik.

Igors 35-jähriger Bruder. Noch nie gearbeitet, aber sehr geschickt im Leben. Er lag in meinem Korbschaukelstuhl, ein Bier in der Hand, als wäre das alles sein Erbe.

Zinaida Markowna strahlte.

— Toma… du bist so eine kluge Frau — begann sie süßlich. — Ich denke, Stasik verdient auch etwas. Familie, ein Zuhause… also habe ich die Datscha auf seinen Namen überschreiben lassen.

Für einen Moment umklammerte ich nur die Henkel meiner Einkaufstaschen. Der Plastik schnitt mir in die Handflächen.

— Was hast du getan? — fragte ich leise.

Und dann fiel die Maske.

— Wer hat dich gebeten, einen Palast zu bauen?! — explodierte sie. — Du hast hier nichts! Schmarotzerin!

Stasik grinste. Igor schwieg. Wie immer, wenn man sich entscheiden muss.

Ich schrie nicht. Ich weinte nicht.

Ich drehte mich einfach um und ging.

Zu Hause nahm ich große schwarze Müllsäcke. Einen nach dem anderen warf ich Igors Leben hinein: Kleidung, Angelruten, Rasierer, Kleinkram. Alles landete im Treppenhaus.

Am Abend hämmerte er bereits gegen die Tür.

— Toma! Mach auf!

— Geh zu deiner Mutter — rief ich zurück. — Oder zu Stasik auf die Veranda.

Dann Stille.

Am Montag saß ich bereits beim Anwalt.

Die folgenden Monate fühlten sich nicht wie eine Geschichte an, sondern wie langsames Zermahlen. Meine Schwiegermutter engagierte einen Anwalt, der von „gutgläubiger Schenkung“ sprach, als wäre mein eigenes Geld eine freundliche Geste gewesen.

Doch ich hatte alles: Kontoauszüge, Verträge, Quittungen… und dieses eine Kostenpapier mit Zinaida Markownas Unterschrift.

Ungerechtfertigte Bereicherung.

Die Stimme des Richters war ruhig. Das Urteil jedoch schwer:

— Der Klage wird stattgegeben.

Das Geld ist zurückzuzahlen. Mit Zinsen. Mit Kosten.

Sie dachten, das sei noch nicht das Ende.

Dann kamen die Gerichtsvollzieher.

Stasiks Karte wurde gesperrt. Von der Rente meiner Schwiegermutter wurde Geld einbehalten. Igor rief von unbekannten Nummern an, immer verzweifelter:

— Toma, stopp sie! Meine Mutter ist krank! Wovon soll Stasik leben?!

— Ich habe auch hohen Blutdruck, Igor — sagte ich ruhig. — Ich rufe deswegen nur niemanden an.

Die Datscha wurde schließlich verkauft.

Schnell. Lautlos. Bevor sie gepfändet werden konnte.

Das Geld kam vollständig zu mir zurück.

Ich kaufte mir davon eine kleine Wohnung. Eine ruhige Investition. Zur Vermietung. Für die Zukunft.

Und die anderen?

Stasik zog zurück zu seiner Mutter in eine Einzimmerwohnung, wo der Fernseher ihre einzige Gesellschaft wurde. Igor lebt in einer Mietwohnung am Stadtrand und zahlt Kredite zurück, die er aus seinen eigenen Fehlern aufgenommen hat.

Keine Datscha.

Keine Illusion.

In diesem Leben hat alles seinen Preis.

Vor allem dann, wenn jemand versucht, mit dem Geld eines anderen ein Zuhause zu bauen.

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