Gesundheitszustände, die mit Speichelfluss im Schlaf verbunden sind und die Sie überprüfen sollten.

Sabbern im Schlaf: Ursachen, Risiken und was wirklich hilft

Sabbern im Schlaf – wer kennt es nicht? Manchmal harmlos, manchmal nervig, gelegentlich auch ein Warnsignal für gesundheitliche Probleme. Ob bei Kindern oder Erwachsenen, der Grund für das unkontrollierte Speicheln kann ganz unterschiedlich sein. Wir erklären, warum es passiert, wann es ernst wird und welche Tricks wirklich helfen.

1. Was bedeutet Sabbern im Schlaf?

Sabbern, auch „Drooling“ genannt, passiert, wenn der Speichel unkontrolliert aus dem Mund läuft – meist während des Tiefschlafs. In dieser Phase sind Gesichtsmuskeln und Schluckreflex besonders entspannt. Normalerweise schluckt unser Körper den Speichel automatisch. Doch in manchen Schlafpositionen oder bei Atemproblemen sammelt sich der Speichel und kann ungewollt herauslaufen.

2. Warum sabbern Erwachsene?

Die Gründe sind vielfältig – von harmlosen Gewohnheiten bis zu medizinischen Ursachen:

Schlafposition: Seitlich oder auf dem Bauch liegend fließt der Speichel leichter heraus. Auf dem Rücken bleibt er im Rachen.

Verstopfte Nase: Bei Schnupfen oder Allergien muss man durch den Mund atmen – der Speichel kann dann leichter entweichen.

Schlafapnoe: Atemaussetzer im Schlaf führen zu Mundatmung und oft starkem Sabbern.

Reflux (GERD): Magensäure stimuliert die Speicheldrüsen – mehr Speichel im Mund.

Medikamente: Einige Mittel, z. B. gegen Alzheimer oder Psychosen, erhöhen den Speichelfluss.

Zahnprobleme: Entzündetes Zahnfleisch oder Abszesse können ebenfalls zu übermäßigem Speichel führen.

3. Wenn Sabbern auf Krankheiten hinweisen kann

Sabbern ist meist harmlos, manchmal aber ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme:

Neurologische Erkrankungen: Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfälle schwächen die Kontrolle der Schluckmuskeln.

Infektionen: Halsentzündungen oder Mandelprobleme erschweren das Schlucken.

Vergiftungen: Extrem selten kann übermäßiger Speichelfluss durch bestimmte Gifte ausgelöst werden.

4. Sabbern bei Kindern: Entwicklungsphase oder Problem?

Bei Kindern ist Sabbern oft normal, besonders in bestimmten Altersstufen:

Häufige Ursachen:

Zahnen (ca. 6 Monate bis 2 Jahre)

Unreife Mund- und Schluckmuskulatur

Vergrößerte Mandeln, die das Atmen durch die Nase erschweren

Konzentration auf Spielen oder andere Aktivitäten – das Schlucken wird vergessen

Wann Eltern aufpassen sollten:

Sabbern nach dem 4. Lebensjahr stark ausgeprägt

Probleme beim Schlucken oder Atmen

Hautreizungen um Mund und Kinn

Verzögerte Sprach- oder Bewegungsentwicklung

5. Einfache Hausmittel gegen nächtliches Sabbern

Bevor man zu Medikamenten greift, können oft schon kleine Änderungen helfen:

Schlafposition ändern: Auf dem Rücken schlafen, Speichel bleibt im Rachen.

Nasenspülung: Salzwasser vor dem Schlafen hält die Nase frei und reduziert Mundatmung.

Ausreichend trinken: Hydration reguliert die Speichelproduktion.

Zitrone: Ein Stück Zitrone oder ein paar Tropfen ins Wasser können die Speicheldrüsen „beruhigen“.

Ätherische Öle: Pfefferminz- oder Kampferöl öffnen die Atemwege bei Allergien.

6. Sabbern bei Kindern zu Hause lindern

Eltern können gezielt helfen:

Mundmuskeltraining: Seifenblasen pusten oder Flöte spielen stärkt Lippen und Schluckmuskeln.

Hautpflege: Vaseline schützt empfindliche Haut vor Reizungen.

Zucker reduzieren: Zucker erhöht die Speichelproduktion und kann die Zähne schädigen.

Beißhilfen: Kalte Beißringe lindern Zahnungsschmerzen.

 

7. Wann der Arzt nötig ist

Ein Arztbesuch lohnt sich, wenn:

Kissen und Kleidung nachts durchnässt werden

Starkes Schnarchen oder Atemaussetzer auftreten

Sprachprobleme entstehen

Speichel unangenehm riecht

Sabbern plötzlich bei Erwachsenen auftritt, die vorher nie betroffen waren

8. Mögliche ernsthafte Ursachen

Auch wenn Sabbern meist harmlos ist, kann es auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen:

Obstruktive Schlafapnoe

Allergien oder Sinusitis

Refluxkrankheit (GERD)

Medikamentennebenwirkungen

Hals- und Mandelentzündungen

Neurologische Störungen

Zahnprobleme

Anatomische Besonderheiten wie Nasenscheidewandabweichungen

⚠️ Notfall: Plötzliches Sabbern mit Atemnot oder Erstickungsgefühl erfordert sofort ärztliche Abklärung.

Fazit

Sabbern im Schlaf ist kein Grund zur Scham. Oft steckt einfach die Schlafposition oder eine verstopfte Nase dahinter. Bei Kindern ist Geduld gefragt, bei Erwachsenen kann eine gezielte Beobachtung und Anpassung des Lebensstils schon viel bewirken. Mund- und Nasenhygiene, bewusste Schlafpositionen und einfache Hausmittel lösen die meisten Fälle – und wer will, kann sogar ein paar lustige Zungenübungen einbauen! 😄

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