Die Dienstreise war vorbei, aber zu Hause wartete eine Überraschung — ein höllischer Gestank, Müllberge und eine Frau, die in die Couch hineingewachsen schien. Er versuchte, ruhig zu reden, aber als Antwort hörte er nur…

„Die Dienstreise war vorbei, doch zu Hause erwartete ihn eine Überraschung — ein unerträglicher Gestank, Müllberge und seine Frau, die wie festgewachsen auf dem Sofa lag. Er versuchte, ruhig zu sprechen, doch als Antwort hörte er nur

Lev stand im Türrahmen, und die Welt, die er kannte, zerfiel vor seinen Augen. Er war gerade von einer langen Dienstreise zurückgekehrt, erschöpft von der Reise und endlosen Arbeitstagen, voller Sehnsucht nach Stille,

Ruhe und der Wärme eines Zuhauses. Doch stattdessen empfing ihn eine kalte, dichte Atmosphäre der Verwahrlosung. Die Luft im Flur war schwer, erfüllt von seltsamen, unangenehmen Gerüchen, die ihm bitter im Hals brannten.

Das war nicht einfach der Geruch von nicht herausgebrachtem Müll oder Staub. Es war etwas Tieferes, Verfaultes — als wäre der gesamte Raum von Apathie und Verfall durchdrungen.

Er zog seine Schuhe nicht aus. Sein Blick glitt über den klebrigen Laminatboden, übersät mit undefinierbaren Flecken, über in die Ecke geworfene Jacken wie nutzlose Lumpen, über eine zerdrückte Plastikflasche, aus der langsam eine dunkle Flüssigkeit sickerte.

Jeder Schritt tiefer in die Wohnung war wie ein Eintauchen in eine fremde, feindliche Welt. Das Wohnzimmer, einst hell und gemütlich, erinnerte nun an die Höhle eines Einsiedlers, der den Verstand verloren hatte.

Im Halbdunkel, nur durch das Flackern eines großen Fernsehbildschirms unterbrochen, ragten seltsame Formen auf — Stapel von Essenslieferkartons, Haufen schmutzigen Geschirrs, leere Dosen und Flaschen, verstreute Kleidung.

Auf dem teuren Teppich lag, als bewusst achtlos hingeworfen, Unterwäsche. Die Luft vibrierte vor Stille, unterbrochen nur von Geräuschen aus den Lautsprechern.

Und inmitten dieses Chaos, auf dem Sofa, versunken in Kissen und Tüten, lag Zoya. Ihre Gestalt wirkte wie eine Skulptur völliger Willenlosigkeit. Ihre Hand griff mechanisch nach einer Chipstüte,

ihr Gesicht wurde vom geisterhaften blauen Licht des Bildschirms beleuchtet. Sie bewegte sich nicht, zeigte kein Zeichen, dass sie seine Rückkehr bemerkt hätte. Es schien, als sei sie zu einem festen Bestandteil dieser Szenerie des Verfalls geworden — ihrem logischen Endpunkt.

— Zoya.Seine Stimme war leise, doch in der klingenden Stille wirkte sie wie ein Gongschlag. Er erkannte seine eigene Stimme kaum wieder — sie war müde, von unausgesprochenen Fragen zerfressen.

— Zoya, schalte das aus. Sieh mich an.

Die Gestalt auf dem Sofa wurde langsam lebendig. Der Kopf drehte sich, und die Augen, an das flackernde Fernsehlicht gewöhnt, fokussierten ihn mit sichtlicher Anstrengung. In ihnen lag keine Freude, keine Überraschung — nur genervte Gleichgültigkeit, wie bei jemandem, der von etwas Wichtigem, aber Sinnlosem abgelenkt wird.

— Oh, du bist zurück, — sagte sie, ihre vom Nichtstun heisere Stimme klang unfreundlich. — Na, fängt das schon wieder an. Kaum über die Schwelle und schon die ersten Vorwürfe. Ich habe Kopfschmerzen, ich habe mich ausgeruht.

— Ausgeruht? — Lev machte einen Schritt nach vorne, und sein Schuh trat gegen eine leere Dose. Das laute Scheppern hallte durch den Raum. — Das nennst du ausruhen? Ich sehe das hier an und verstehe es nicht. Was ist hier passiert? Das ist unser Zuhause.

— Zuhause, Zuhause, — imitierte sie ihn und senkte gereizt die Lautstärke mit der Fernbedienung. — Endlich erinnerst du dich daran, dass du ein Zuhause hast. Zwei Wochen warst du weg, und jetzt soll ich mich rechtfertigen?

Ich habe eben nicht aufgeräumt. Na und? Geht deshalb die Welt unter? Ich hatte das Recht, allein zu sein, nichts zu tun. Du hast wohl nicht erwartet, dass ich dich mit Kuchen empfange?

Er ging an ihr vorbei in die Küche. Der Anblick dort war noch schlimmer. Die Spüle war unter einem Berg schmutzigen Geschirrs verschwunden, aus dem bereits ein leichter, flaumiger Schimmel wuchs.

Auf dem Tisch standen offene Dosen, Teller mit eingetrockneten, nicht mehr erkennbaren Essensresten, überall Flecken. In der Luft hing ein süßlich-übelkeitserregender Verwesungsgeruch. Das war kein bloß unaufgeräumter Raum. Es war eine aktive, fast bewusste Zerstörung.

— Ich verlange keine Kuchen, Zoya. Ich verlange Ordnung. Respekt für den Raum, in dem wir leben. Ich arbeite, um diesen Ort zu erhalten, und du… du hast ihn in eine Müllhalde verwandelt. Sieh dir das an! Siehst du das nicht?

Sie sprang abrupt auf, Krümel fielen vom Sofa. Ihr Gesicht, einst so sanft, verzerrte sich in plötzlicher, kochender Wut.

— Ich sehe es! Ich sehe dich nur da stehen und mich belehren! Ich bin nicht deine Dienstmagd! Nicht deine Sklavin! Wenn es dir nicht passt — da ist ein Lappen, da ist die Spüle! Wenn du Sauberkeit willst

— mach es selbst! Und wenn du hungrig bist — bestell dir Essen, du hast ja Geld! Oder hast du es schon ausgegeben? — ihre Stimme kippte in einen schrillen, giftigen Ton.

Lev erstarrte. Diese Worte, mit solchem Verachtung gesprochen, klangen wie ein Urteil. Er sah die Frau, die seine Ehefrau war, und sah eine Fremde. In ihren Augen war keine Wärme, kein Rest früherer Nähe.

Nur kalte, konsumierende Arroganz. In diesem Moment riss etwas in ihm endgültig — leise und unwiderruflich. Die Wut, die eben noch in ihm gebrannt hatte, erlosch und wurde durch eine eisige, glasklare Ruhe ersetzt.

— Einen Lappen, — wiederholte er leise. — Und Essen aus dem Restaurant. Verstanden.

Er drehte sich um und ging mit festen Schritten in die Küche. Zoya grunzte zufrieden, ließ sich zurück auf das Sofa fallen und schaltete den Fernseher wieder lauter,

überzeugt, einen leichten Sieg errungen zu haben. Sie sah sein Gesicht nicht. Sie sah nicht die Entscheidung, die sich in seinen Augen verfestigt hatte. Die Fortsetzung folgt unten.“

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