In diesem Moment verstand ich, dass unsere Ehe nicht einfach nur Risse bekam – sie zerfiel langsam, systematisch –, als ich mein neues Dampfbügeleisen nicht mehr auf dem Bügelbrett fand.
Es war kein billiges Gerät. Zwanzigtausend Forint. Ich hatte es mir von meiner Quartalsprämie gekauft, ein bisschen stolz, ein bisschen erschöpft, weil ich das Gefühl hatte, dass wenigstens im Haushalt etwas funktionieren sollte.
Zuvor war die italienische Kapselkaffeemaschine verschwunden. Dann der teure Toaster. Meine geliebte Küchenmaschine. Alles verschwand nach derselben seltsamen Logik: Einen Moment war es da, im nächsten einfach nicht mehr.
— Gena, wo ist das Bügeleisen? — fragte ich, während ich im Kleiderschrank zwischen den Kleiderbügeln suchte.
— Welches Bügeleisen? — mein Mann blickte nicht einmal von seinem Handy auf. Seine Stimme klang, als wäre die Frage selbst überflüssig.
Jásza, der auf einem Kleiderbügel saß, meldete sich:
— Ich habe nichts gesehen, Chef! Ich schwöre!
Der graue Jako-Papagei war ein Geburtstagsgeschenk meiner Kollegen. Dieses kleine graue Wesen war das Einzige im Haus, das ehrlich auf alles reagierte.
Manchmal zu ehrlich. Gena hasste ihn.
— Eines Tages werfe ich diesen verrückten Vogel aus dem Fenster — murmelte er.
— Du hast alles selbst verschwinden lassen. Du machst alles kaputt und gibst mir dann die Schuld — fügte er hinzu.
— Klinik! Rettungswagen! — schrie Jásza und imitierte perfekt eine Sirene. Ich erstarrte kurz. In der unteren Schublade des Schranks sah ich eine weiße Ecke. Ich zog sie heraus. Eine Schachtel. Meine Kaffeemaschine. Leer.
Mehr Beweise brauchte ich nicht, aber die Puzzleteile hatten sich schon lange in mir gesammelt.
— Das ist kein Zufall, Gena. Das ist ein System.
— Ach komm, Irina! Übertreib nicht wegen eines Bügeleisens. Du hast es sicher nur verlegt oder verkauft und vergessen.
Seine Worte klangen so selbstverständlich, dass ich fast glaubte, mit mir stimme etwas nicht. In diesem Moment klickte das Schloss.
Die Tür öffnete sich, und meine Schwiegermutter, Margarita Pawlowna, trat ein, als käme sie zu einer offiziellen Wohnungsinspektion.
— Iratschka, ich habe Handtücher mitgebracht! — sie warf zwei grellfarbene, steife Stücke auf den Sessel.

— Dir fehlt hier immer etwas Brauchbares.
— Stirb, Drama-Queen! — imitierte Jásza ihre Stimme.
Die Luft gefror.
Und dann fügte sich alles zusammen.
Die „zufällig verschwundenen“ Geräte. Die „neuen“ Haushaltsgegenstände der Schwiegermutter. Die allzu vertrauten Dinge, die immer bei ihr landeten.
— Interessant — sagte ich leise und nahm mein Handy heraus. Ich hatte Rechnungen von allem. Und Seriennummern.
Genas Gesicht spannte sich an.
— Wage es nicht, so mit meiner Mutter zu reden!
— Sie nimmt meine Sachen aus meinem eigenen Haus.
— Das ist Familie! Hier ist alles gemeinsam!
In diesem Moment flog Jásza zum Kronleuchter.
— Familien-Diebesclub, Eintritt frei!
Die Spannung wurde greifbar.
Und dann sagte Margarita Pawlowna, als würde sie sich bestätigt fühlen:
— Ich habe mir auch eine Kapselkaffeemaschine gekauft. Und ein Bügeleisen. Man verdient sich seine Freude.
Etwas in mir riss.
Ich ging langsam zur Garderobe im Flur. Ich nahm ihren Pelzmantel herunter — den, den Gena ihr von unserem gemeinsamen Geld gekauft hatte — und sagte ruhig:
— Wenn alles gemeinsam ist, dann auch das hier.
Ich legte ihn in eine große Tasche.
Stille.
— Bist du verrückt?! — explodierte Gena.
Ich antwortete nicht. Ich holte nur das Pfefferspray heraus.
Diese Bewegung reichte.
Er erstarrte. Der selbstsichere Ehemann, der alles „familiär“ regelte, war plötzlich nur noch ein nervöser Mann, der die Grenzen nicht mehr kannte.
— Wir bringen alles zurück! — sagte die Schwiegermutter schnell.
— Beruhigen wir uns!
— Jetzt — sagte ich. — Anderthalb Stunden. Nicht mehr.
Und sie gingen.
Während sie „Gerechtigkeit wiederherstellten“, begann ich zu arbeiten. Ich weinte nicht. Ich schrie nicht. Ich handelte.
Schwarze Müllsäcke kamen unter dem Bett hervor. Genas Kleidung, seine Schuhe, teure Accessoires, „wichtige“ Geräte. Die Wohnung war kein Zuhause mehr, sondern ein Inventar. Jeder Sack eine Entscheidung. Jede Bewegung ein Abschluss.
Der Papagei kommentierte ununterbrochen:
— Aufräumen! Schlussverkauf! Der Chef zieht aus!
Als ich fertig war, stand der Flur voller Säcke. Schwarze, stille Zeugen.
Eineinhalb Stunden später hörte ich Schritte im Treppenhaus.
Sie waren außer Atem. In ihren Händen: Kartons. Kaffeemaschine. Küchenmaschine. Bügeleisen. Toaster. Als würde das alles wieder gut machen.
— Na, bist du jetzt zufrieden? — fragte Gena erschöpft und zugleich triumphierend.
Ich öffnete die Tür.
— Stellt sie ab.
Sie traten ein.
Sie stellten alles hin.
Dann legte ich den Pelzmantel vor die Türschwelle.
— Gleiches gegen Gleiches.
Und ich sah ihn an.
— Ab morgen lassen wir uns scheiden.
Er lachte zuerst. Er hielt es für einen Scherz. Dann sah er mein Gesicht. Und langsam verstand er.
— Das kannst du nicht ernst meinen!
Doch.
Die Wohnung gehörte meinen Eltern. Das Geld war meines. Das „Gemeinsame“ existierte nur, solange er und seine Mutter glaubten, dass sie alles ohne Konsequenzen nehmen konnten.
Stille.
Der Papagei breitete die Flügel aus.
— FREIHEIT!
Und in diesem Moment tat nichts mehr weh.
Nur Leichtigkeit.
Nicht Glück.
Nur Leichtigkeit.
Und manchmal reicht genau das, um wieder loszugehen.

